„Muss ich da jetzt jede Woche was posten?“ Diese Frage kommt fast immer, sobald das Profil fertig eingerichtet ist. Dahinter steckt die Sorge, sich eine weitere Pflicht ans Bein zu binden – neben Angeboten, Rechnungen, Materialbestellung und der Baustelle, die morgen früh um sieben losgeht.
Die kurze Antwort lautet: nein. Die etwas längere: Ein Foto oder ein kurzer Beitrag alle zwei bis vier Wochen reicht völlig aus, und beides entsteht nebenbei, wenn du es einmal in deinen Ablauf eingebaut hast. Es geht nicht um Reichweite wie auf Social Media, sondern um ein Profil, das nicht aussieht, als hätte es zuletzt jemand vor drei Jahren angefasst.
Was ein Beitrag im Profil eigentlich ist
Beiträge sind kurze Meldungen, die unterhalb deiner Profildaten erscheinen: ein Text von wenigen Sätzen, ein Bild, optional ein Button wie „Anrufen“ oder „Termin buchen“. Sie tauchen auf, wenn jemand deinen Betrieb direkt aufruft – also bei Leuten, die dich bereits gefunden haben und gerade überlegen, ob sie anrufen.
Damit ist auch klar, was sie nicht sind: kein Verteilkanal, der neue Leute erreicht, und kein Ersatz für Werbung. Der Wert liegt woanders. Ein Profil mit einem Beitrag von letzter Woche und Fotos aus diesem Sommer signalisiert: Diesen Betrieb gibt es, dort arbeitet jemand, der ans Telefon geht. Ein Profil mit drei Bildern aus dem Jahr der Gründung signalisiert das Gegenteil.
Beiträge laufen nach einer Weile aus dem sichtbaren Bereich, Fotos bleiben. Deshalb sind Fotos für die meisten Betriebe der wichtigere Teil – und der einfachere.
Ein Rhythmus, der sich durchhalten lässt
Nimm dir nicht vor, wöchentlich etwas zu veröffentlichen. Das hält im Betrieb niemand durch, und ein Profil, in dem sechs Wochen lang täglich etwas passiert und danach ein Jahr lang nichts, wirkt schlechter als eines mit gleichmäßigem, ruhigem Takt.
Bewährt hat sich dieser Ablauf: Du machst während der Arbeit Fotos, wann immer etwas fertig ist – ohne Plan, einfach in die Kamerarolle. Einmal im Monat, etwa wenn du ohnehin die Rechnungen schreibst, suchst du zwei Bilder aus und lädst sie hoch. Alle zwei Monate schreibst du dazu drei Sätze als Beitrag. Das sind zusammen vielleicht zwanzig Minuten.
Motive, die in jedem Betrieb ohnehin anfallen
Du musst nichts inszenieren. Das Material liegt an einem normalen Arbeitstag herum:
- Fertige Arbeiten – das verlegte Bad, die lackierte Fassade, der fertige Kuchen. Das überzeugendste Motiv überhaupt.
- Das Team bei der Arbeit – zwei Leute an der Werkbank, kein gestelltes Gruppenbild vor weißer Wand.
- Saisonales – Winterreifen, Weihnachtsauslage, Terrassenaufbau im April. Passt zu dem, wonach gerade gesucht wird.
- Neue Leistung oder neues Gerät – wenn du etwas anbietest, das noch niemand mit dir verbindet.
- Der Betrieb selbst – Eingang, Theke, Werkstatt, Parkplatz. Hilft Leuten, die dich zum ersten Mal besuchen.
- Vorher und nachher – zwei Bilder derselben Stelle. Braucht keine Erklärung.
Wichtig ist, dass die Bilder aus deinem Betrieb kommen. Gekaufte Motive aus Bilddatenbanken erkennt man, und sie erzeugen genau die Distanz, die du vermeiden willst. Warum das für die gesamte Außendarstellung gilt, haben wir unter Echte Fotos schlagen Stockfotos begründet.
Mit dem Handy reicht völlig – wenn du auf drei Dinge achtest
Moderne Handykameras liefern für ein Profilbild mehr als genug Qualität. Was den Unterschied macht, ist nicht die Technik, sondern Licht, Ausschnitt und Sauberkeit im Bild: Tageslicht statt Blitz, näher rangehen, als du denkst, und vorher kurz den Kaffeebecher und das Kabel aus dem Bild räumen.
Zwei Kleinigkeiten sparen später Ärger: Fotografiere nichts, worauf Kennzeichen, Klingelschilder oder fremde Gesichter erkennbar sind, und lade Bilder möglichst zeitnah hoch, solange du noch weißt, welche Baustelle das war. Ein Ordner „Für Google“ in der Galerie reicht als Ablage völlig aus.
Nimm Bilder quer auf, wenn du sie später auch auf der Website verwenden willst, und lösch die unscharfen direkt. Ein Dutzend gute Bilder im Jahr ist mehr wert als hundert mittelmäßige. Die Details – Auflösung, Ausrichtung, Dateigröße – haben wir unter Handyfotos, die auf der Website gut aussehen zusammengefasst.
Was du realistisch erwarten darfst
Ein Beitrag bringt keinen Anruf am selben Nachmittag, und ein neues Foto verschiebt dich nicht in der Karte nach oben. Die Wirkung ist langsamer und indirekter: Wer zwischen dir und zwei Wettbewerbern schwankt, entscheidet sich häufiger für den Betrieb, bei dem etwas zu sehen ist. Und Aktualität wirkt auch auf Bewertungen zurück, weil Suchende aktuelle Rückmeldungen ohnehin deutlich stärker beachten als alte.
Fang klein an: Lade in dieser Woche drei Bilder hoch, die schon auf deinem Handy liegen, und setz dir für den Monatsanfang eine Erinnerung. Wenn du dabei merkst, dass deine Website weniger her macht als dein Profil, dann ist das ein Hinweis, an welcher Stelle als Nächstes gearbeitet werden sollte – denn dorthin klicken die Leute, die du gerade überzeugt hast.
Häufige Fragen
Wie lange bleibt ein Beitrag sichtbar?
Ereignis- und Angebotsbeiträge laufen zum hinterlegten Enddatum aus, normale Beiträge rutschen nach einigen Monaten aus dem sichtbaren Bereich. Fotos bleiben dauerhaft im Profil, solange du sie nicht löschst.
Darf ich Bilder von Kundenobjekten veröffentlichen?
Frag vorher kurz nach, gerade bei Privatwohnungen, und fotografiere so, dass Hausnummern, Kennzeichen und Personen nicht erkennbar sind. Eine formlose Zustimmung per Nachricht reicht in der Regel, im Zweifel lässt du deinen Fall juristisch prüfen.
Bringen Beiträge mit Rabattaktionen mehr?
Sie bekommen etwas mehr Aufmerksamkeit, ziehen aber vor allem Preissuchende an. Für die meisten Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe wirken fertige Arbeiten und klare Informationen langfristig besser.
