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Sichtbarkeit · 5 Min Lesezeit

Warum „in der Nähe“ für dich Gold wert ist

Wie die in der Nähe Suche wirklich funktioniert, warum dein Ortsname trotzdem in den Text gehört und wie du dein Einzugsgebiet sauber beschreibst.

Veröffentlicht am

Frau in roter Regenjacke sucht am Handy neben ihrem Auto in einer WohnstraßeKI-generiertes Bild

Jemand steht mit einer Reifenpanne am Straßenrand, nimmt das Handy und tippt drei Wörter ein: Werkstatt in der Nähe. Er schreibt nicht den Stadtteil dazu, nicht die Postleitzahl, nicht den Straßennamen. Trotzdem bekommt er Sekunden später eine Karte mit drei Betrieben, die tatsächlich in seiner Umgebung sind – und ruft einen davon an.

Solche Suchen sind der wertvollste Verkehr, den ein lokaler Betrieb bekommen kann. Sie kommen von Leuten, die jetzt etwas brauchen und bereit sind, dafür ins Auto zu steigen. Warum dabei nicht der Ortsname entscheidet, sondern der Standort des Handys, was das für deine Texte bedeutet und wie du dein Einzugsgebiet beschreibst, ohne in die Spam-Falle zu tappen, steht hier.

Der Standort ersetzt den Ortsnamen, nicht deine Texte

Bei einer Anfrage mit „in der Nähe“ – im Marketing oft „Near-me-Suche“ genannt – verwendet Google gar nicht das Wort selbst als Kriterium. Es nimmt den ungefähren Standort des Geräts und sucht passende Betriebe im Umkreis. Deshalb bekommen zwei Menschen, die im selben Moment dasselbe eingeben, unterschiedliche Ergebnisse, wenn sie zwei Kilometer auseinanderstehen.

Daraus ziehen viele den falschen Schluss, Ortsnamen seien überflüssig. Das Gegenteil stimmt. Google prüft, ob dein Betrieb überhaupt glaubhaft zu einem Ort gehört, und dafür braucht es Anhaltspunkte: die Adresse im Unternehmensprofil, dieselbe Adresse im Impressum und auf der Kontaktseite, dazu Ortsnamen, die in normalen Sätzen im Text vorkommen. Widersprüche zwischen Profil und Website schwächen deine Position im Kartenbereich spürbar.

Der zweite Grund für Ortsnamen sind die vielen Suchen, die eben nicht vom Standort ausgehen. Wer abends auf dem Sofa für die Ferienwohnung einen Handwerker sucht, tippt den Ortsnamen mit. Beides zusammen musst du bedienen.

Nähe ist nur einer von mehreren Faktoren

Die kürzeste Entfernung gewinnt nicht automatisch. Die Entfernung zum Suchenden und die primäre Kategorie im Google-Unternehmensprofil gehören zwar zu den stärksten Einzelfaktoren, aber sie stehen nicht allein. Bewertungen wirken stark, und ob dein Betrieb im Moment der Suche geöffnet hat, ist inzwischen ein spürbarer Faktor geworden.

Praktisch heißt das: Ein Betrieb drei Kilometer weiter kann an dir vorbeiziehen, wenn er aktuellere Bewertungen, eine passendere Kategorie und gepflegte Öffnungszeiten hat. Das ist die gute Nachricht, denn an all dem kannst du arbeiten – an deiner Adresse nicht.

  • Primäre Kategorie prüfen – „Autowerkstatt“ und „Reifenhändler“ führen zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen, entscheide dich für das, womit du dein Geld verdienst.
  • Öffnungszeiten aktuell halten – auch Feiertage und Betriebsurlaub, sonst wirst du zu Zeiten angezeigt, in denen niemand ans Telefon geht.
  • Bewertungen frisch halten – aktuelle Rückmeldungen werden von Suchenden deutlich stärker beachtet als drei Jahre alte.
  • Fotos ergänzen – Bilder vom Team, vom Fahrzeug, von der Werkstatt geben Suchenden einen Anhaltspunkt, wen sie da anrufen.

Wie diese Bausteine im Kartenbereich zusammenspielen, haben wir unter Google Maps – wie du in die Top 3 der Karte kommst im Detail beschrieben.

„Nicht der nächstgelegene Betrieb gewinnt, sondern der nächstgelegene, der vollständig auffindbar ist.“

Dein Einzugsgebiet beschreiben, ohne Ortslisten zu bauen

Die meisten Betriebe fahren weiter, als ihre Adresse vermuten lässt. Das darfst du sagen, nur nicht in Form einer Wortwolke. Eine Aufzählung von vierzig Gemeinden am Seitenende sieht für Google aus wie das, was sie ist: Füllmaterial.

Besser funktioniert eine Beschreibung, die ein Mensch schreiben würde. Nenne dein Kerngebiet mit zwei, drei Sätzen und erkläre die Grenzen so, wie du sie im Alltag ziehst. Etwa: Im Umkreis von etwa 30 Kilometern sind wir regelmäßig unterwegs, schwerpunktmäßig in den Stadtteilen rund um das Gewerbegebiet, für Notfälle auch darüber hinaus, wobei dann eine Anfahrtspauschale dazukommt. Solche Sätze sind ehrlich, beantworten die Frage des Lesers und liefern nebenbei die Ortsnamen mit.

Wenn du für einzelne Orte wirklich eigene Seiten willst, gelten strengere Regeln: Es braucht echte Inhalte, konkrete Projekte und Besonderheiten vor Ort, sonst fällt das unter Googles Spam-Richtlinien für skalierte Inhalte. Worauf es dabei ankommt, steht unter Ortsseiten richtig bauen – und warum Copy-Paste bestraft wird.

Drei Handgriffe, die diese Woche etwas verändern

Öffne die Startseite deiner Website und lies den ersten Absatz. Steht dort, was du machst und wo du das machst, in einem normalen Satz? Falls nicht, ist das die erste Änderung. Ein Satz wie „Elektrobetrieb für Altbauten in Krefeld und Umgebung, seit 2009“ leistet mehr als jeder Werbeslogan.

Danach kontrollierst du im Google-Unternehmensprofil Kategorie, Öffnungszeiten und Servicegebiet, und zwar so, wie es dem Alltag entspricht. Zum Schluss suchst du selbst einmal auf dem Handy nach deiner Leistung mit dem Zusatz in der Nähe, einmal am Standort deines Betriebs und einmal fünf Kilometer weiter. Was du dabei siehst, sagt dir mehr als jedes Tool.

Wenn du merkst, dass die Website hinter dem Kartentreffer den Besucher nicht überzeugt, weil dort weder Ort noch Leistung klar benannt sind, ist das kein SEO-Problem, sondern ein Text-Problem – und genau dafür gibt es unser Festpreis-Angebot.

Häufige Fragen

Werde ich auch gefunden, wenn ich kein Ladenlokal habe?

Ja. Google kennt für Betriebe ohne Kundenverkehr das Servicegebiet: Du gibst an, in welchen Orten du arbeitest, und blendest deine Privatadresse aus. Wichtig ist, dass du dieses Gebiet realistisch angibst und nicht das halbe Bundesland einträgst.

Muss ich den Ortsnamen in jeder Überschrift unterbringen?

Nein, das wirkt schnell gestelzt. Es reicht, wenn Ort und Leistung im Titel der Seite, im ersten Absatz, im Kontaktbereich und in ein, zwei natürlichen Sätzen im Text vorkommen. Alles darüber hinaus liest sich schlecht und bringt nichts.

Warum sehe ich meinen Betrieb, mein Nachbar aber nicht?

Weil Google dir deinen eigenen Betrieb bevorzugt zeigt, sobald du eingeloggt bist und dich in der Nähe befindest. Prüf es im privaten Fenster, ohne Anmeldung, und wenn möglich von einem anderen Standort aus. Erst dann siehst du, was Fremde sehen.

Werde gefunden, wenn jemand um die Ecke sucht
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