Pfingstsamstag, kurz nach neun. Ein Paar steht vor deinem Laden, das Handy in der Hand, auf dem Bildschirm steht „Geöffnet“. Die Tür ist zu, weil samstags vor Feiertagen bei euch seit Jahren geschlossen ist. Die beiden fahren weiter zum Wettbewerber, und am Abend steht eine Bewertung mit zwei Sternen im Profil, in der es nicht um deine Arbeit geht, sondern um eine verschlossene Tür.
Solche Fälle kosten doppelt: einmal den Umsatz an diesem Vormittag und einmal die Bewertung, die noch Jahre später mitgezählt wird. Dabei geht es bei den Zeiten längst nicht mehr nur um Höflichkeit gegenüber der Kundschaft. Ob dein Betrieb im Moment der Suche geöffnet hat, ist zu einem spürbaren Rankingfaktor im Kartenbereich geworden.
Warum die Uhrzeit für Google eine Rolle spielt
Wer mittags um halb eins „Schlüsseldienst in der Nähe“ sucht, will keinen Betrieb sehen, der erst am nächsten Morgen aufmacht. Google weiß das und bevorzugt im Kartenbereich Einträge, die gerade erreichbar sind. Im Kartenbereich hat dieser Punkt dadurch spürbar an Gewicht gewonnen.
Das hat eine unangenehme und eine angenehme Seite. Unangenehm: Wenn deine Zeiten nicht gepflegt sind, verlierst du zu bestimmten Tageszeiten Sichtbarkeit, ohne es zu merken. Angenehm: Es ist der Faktor, der am wenigsten Arbeit macht. Ein paar Minuten im Quartal reichen aus, und im Gegensatz zu Bewertungen hast du ihn vollständig selbst in der Hand.
Trag deshalb auch die Zeiten ein, wenn du gar kein Ladengeschäft hast. Ein Handwerksbetrieb mit Servicegebiet trägt die Zeiten ein, in denen jemand ans Telefon geht – das ist die Erreichbarkeit, um die es geht. Wie sich das in die übrigen Profilfelder einfügt, steht unter Google-Unternehmensprofil optimieren.
Feiertage sind der Punkt, an dem es kippt
Die regulären Zeiten haben die meisten Betriebe irgendwann einmal eingetragen. Was fehlt, sind die Sonderzeiten. Google fragt aktiv nach, wenn ein Feiertag ansteht, und blendet im Profil einen Hinweis ein – ignorierst du ihn, zeigt die Karte deinen normalen Rhythmus an, und der stimmt an dem Tag nicht.
Bei bundesweit unterschiedlichen Feiertagen wird es zusätzlich unübersichtlich. Fronleichnam, Allerheiligen, Reformationstag: Was in Nordrhein-Westfalen frei ist, ist in Niedersachsen ein Arbeitstag. Verlass dich nicht darauf, dass Google das für deine Region richtig annimmt, sondern trag es einmal im Jahr selbst ein.
Diese Termine gehören auf deine Liste:
- Gesetzliche Feiertage deines Bundeslands – einmal im Januar für das ganze Jahr eintragen, dann ist Ruhe.
- Brückentage und verkürzte Tage – Heiligabend, Silvester und der Freitag nach Christi Himmelfahrt sind die häufigsten Stolperstellen.
- Betriebsferien – als geschlossene Sonderzeiten hinterlegen, nicht als Beitrag, den niemand liest.
- Inventur, Messe, Fortbildung – jeder Tag, an dem der Laden zu ist oder das Telefon nicht besetzt.
- Saisonale Umstellung – Eisdiele, Gartenbau, Freibadkiosk: Sommer- und Winterzeiten getrennt pflegen.
- Notdienst- oder Bereitschaftszeiten – als zusätzliche Zeiten oder in der Beschreibung, damit klar ist, wann außerhalb der regulären Zeiten jemand erreichbar ist.
Termin nach Vereinbarung, Notdienst, Rufbereitschaft
Nicht jeder Betrieb hat feste Zeiten, und das lässt sich abbilden. Wer ausschließlich nach Terminvereinbarung arbeitet, setzt das entsprechende Attribut im Profil und trägt zusätzlich die Zeiten ein, in denen Anrufe entgegengenommen werden. Das ist ehrlicher als ein leeres Feld und besser, als sieben Tage rund um die Uhr anzugeben, nur um immer als geöffnet zu gelten.
Auch der umgekehrte Fall kommt vor: Betriebe, die aus Vorsicht gar keine Zeiten hinterlegen, weil sie ohnehin unterwegs sind. Im Profil steht dann nichts, und Google kann dich bei einer Suche am Nachmittag schlecht als erreichbar einstufen. Besser ist eine ehrliche Kernzeit, in der wirklich jemand abhebt – und sei es nur von acht bis zwölf.
Von der Abkürzung mit der Rund-um-die-Uhr-Angabe raten wir ausdrücklich ab. Sie bringt kurzfristig mehr Anzeigen und langfristig verärgerte Anrufer, die niemanden erreichen. Wer im Notdienst arbeitet, beschreibt das besser konkret: reguläre Zeiten eintragen und in der Profilbeschreibung erklären, wie die Bereitschaft außerhalb davon läuft.
Wenn die Zeiten schon Schaden angerichtet haben
Steht bereits eine Bewertung im Profil, in der jemand vor verschlossener Tür stand, dann lösch sie nicht weg – das geht ohnehin nur in Ausnahmefällen. Antworte stattdessen sachlich: kurz erklären, was schiefgelaufen ist, sagen, dass die Zeiten korrigiert wurden, ein Angebot machen. Wer solche Antworten liest, sieht einen Betrieb, der reagiert. Wie das im Ton gelingt, haben wir unter Auf schlechte Bewertungen richtig antworten beschrieben.
Für die Zukunft reicht ein einfacher Rhythmus: einmal im Januar alle Feiertage des Jahres eintragen, dann jeweils in der ersten Woche eines Quartals fünf Minuten prüfen, ob Urlaub, Umbau oder geänderte Zeiten anstehen. Setz dir dafür einen wiederkehrenden Termin ins Telefon. Wenn du dabei merkst, dass die Zeiten auf deiner Website noch aus dem Jahr des Relaunchs stammen, hast du gleich die nächste Baustelle gefunden – und die gehört zusammen mit dem Profil gepflegt.
Häufige Fragen
Wie weit im Voraus kann ich Sonderöffnungszeiten eintragen?
Bis zu einem Jahr im Voraus. Deshalb lohnt es sich, einmal im Januar alle Feiertage und geplanten Schließtage auf einen Rutsch einzutragen, statt jedes Mal kurzfristig daran zu denken.
Was passiert, wenn ich nichts eintrage und einfach zu habe?
Google zeigt deinen normalen Rhythmus an, Kunden stehen vor der Tür. Häufig schlagen dann andere Nutzer eine Korrektur deiner Zeiten vor, und die kann falsch sein – dann steht am Ende etwas im Profil, das niemand aus dem Betrieb geprüft hat.
Muss ich die Zeiten auch auf der Website ändern?
Ja, sonst widersprechen sich die Angaben, und genau solche Widersprüche schwächen deine Position. Am einfachsten ist eine Stelle auf der Website, auf die alle Seiten verweisen.
