„Ich hab meinen Firmennamen eingegeben und da kommt nur die Seite von so einem Branchenbuch.“ Diesen Satz hören wir am Telefon fast jede Woche, meist von Betrieben, die seit fünfzehn Jahren gut laufen und deren Kundschaft langsam wegstirbt oder wegzieht. Der Ärger ist berechtigt, die Ursache aber selten mysteriös.
Wenn du bei Google nicht gefunden wirst, liegt das fast immer an einem von acht Punkten – und die meisten davon kannst du selbst prüfen, ohne Agentur und ohne Tool. Wir gehen sie in der Reihenfolge durch, in der sie im Alltag auftreten, mit jeweils einem Sofort-Check, den du direkt am Handy erledigst.
Grund 1 und 2: Es gibt keinen Eintrag oder nur einen Rumpf
Der häufigste Fall überhaupt: Es existiert gar kein bestätigtes Unternehmensprofil. Google hat den Betrieb vielleicht automatisch aus anderen Quellen angelegt, aber niemand hat ihn je übernommen. Solche Karteileichen erscheinen ohne Öffnungszeiten, ohne Fotos, manchmal mit der Nummer des Vorbesitzers.
Der zweite Fall ist der Rumpfeintrag: bestätigt, aber ohne Kategorie-Feinschliff, ohne Leistungen, ohne ein einziges Bild. Beides schwächt dich im Kartenbereich massiv, weil Google nichts hat, womit es dich einer Suchanfrage zuordnen könnte.
Sofort-Check: Such deinen Firmennamen plus Ort. Erscheint rechts oder oben eine Info-Box mit Karte? Steht dort „Inhaber dieses Unternehmens?“, ist das Profil nicht beansprucht. Wie du das nachholst, steht Schritt für Schritt in Google-Unternehmensprofil richtig einrichten.
Grund 3 und 4: Deine Website ist für Google unsichtbar
Eine Website zu haben heißt nicht, dass Google sie kennt. Seiten können durch eine falsch gesetzte Einstellung komplett aus dem Index ausgeschlossen sein – ein Häkchen im Baukasten, ein Eintrag in der robots.txt, ein Relaunch, bei dem die Testeinstellung mit online ging. Der Betrieb existiert dann für die Suchmaschine schlicht nicht.
Der vierte Grund ist subtiler: Die Seite ist zwar da, besteht aber fast nur aus Bildern. Ein schön gestalteter Startseiten-Slider mit dem Leistungsangebot als Grafik ist für Google eine leere Seite. Was nicht als Text vorliegt, kann nicht gelesen und nicht zugeordnet werden.
Sofort-Check: Gib site:deinefirma.de in die Suche ein. Kommt kein Ergebnis, ist die Seite nicht im Index. Kommt eine Ergebnisliste, markiere auf deiner Startseite mit der Maus den Text – lässt er sich nicht markieren, ist er ein Bild. Die technische Seite davon erklären wir in einfachen Worten unter Sitemap, Indexierung, robots.txt.
Grund 5 und 6: Du wirst zugeordnet, aber falsch
Ein Betrieb, der als „Bauunternehmen“ eingetragen ist, obwohl er Bäder saniert, erscheint bei der Suche nach „Badsanierung“ nicht. Die Kategorie ist kein Etikett, sondern die Weiche, die entscheidet, in welchem Wettbewerb du überhaupt mitläufst. Genauso oft steht die Kategorie zwar richtig, aber die Daten widersprechen sich: Auf der Website die alte Festnetznummer, im Profil das Handy, im Branchenbuch noch die Adresse von vor dem Umzug.
Solche Abweichungen sind für dich Kleinkram und für Google ein Hinweis darauf, dass die Angaben unsicher sind. Warum schon ein „Str.“ statt „Straße“ stören kann, haben wir unter NAP-Konsistenz – warum deine Telefonnummer überall gleich stehen muss auseinandergenommen.
Sofort-Check: Schreib Name, Adresse und Telefonnummer so auf einen Zettel, wie sie auf deiner Website stehen. Dann vergleiche mit dem Google-Profil, dem Impressum, Facebook und den zwei größten Branchenbüchern.
Grund 7 und 8: Die anderen sind näher dran oder haben mehr Rückmeldungen
Die Entfernung zwischen Suchendem und Betrieb ist einer der stärksten Faktoren im Kartenbereich – und der einzige, den du nicht beeinflussen kannst. Wer am Stadtrand sitzt, erscheint bei einer Suche aus der Innenstadt seltener. Das ist keine Strafe, sondern die Logik von „in der Nähe“.
Bleibt Grund acht: keine oder sehr alte Bewertungen. Bewertungen zählen im Kartenbereich zu den stärksten Signalen, und aktuelle werden von Suchenden deutlich ernster genommen als drei Sterne von 2019. Ein Betrieb ohne einzige Rückmeldung wirkt neben zwei Wettbewerbern mit je vierzig Stimmen wie ein Neuling, auch wenn er der älteste im Ort ist.
In welcher Reihenfolge du das abarbeitest
Nicht alles gleichzeitig, sondern von unten nach oben. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
- Profil beanspruchen – ohne bestätigten Eintrag wirkt keine andere Maßnahme.
- Kategorie und Leistungen korrigieren – das entscheidet, bei welchen Suchen du überhaupt auftauchst.
- Website in den Index bringen – Sitemap prüfen, Indexierung anstoßen, Testeinstellungen löschen.
- Texte statt Bilder – jede Leistung braucht ein paar echte Sätze auf der Seite.
- Daten angleichen – überall dieselbe Schreibweise, ohne Ausnahme.
- Bewertungen einsammeln – regelmäßig fragen, nicht einmal im Jahr.
Einer Bitkom-Befragung von 504 Handwerksbetrieben aus dem Jahr 2025 zufolge haben 94 Prozent der Betriebe inzwischen eine eigene Website. Der Unterschied liegt selten daran, ob eine Seite existiert, sondern daran, ob sie auffindbar ist. Wenn du beim Durchgehen merkst, dass deine Seite technisch nicht mitspielt, ist ein sauberer Neuaufbau meist günstiger als das Reparieren.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis ich nach den Korrekturen wieder auftauche?
Änderungen am Unternehmensprofil wirken oft nach wenigen Tagen. Eine neu indexierte Website braucht in der Regel ein bis vier Wochen, bis sie stabil in den Ergebnissen steht. Garantieren lässt sich weder Zeitpunkt noch Position.
Ich finde meine Firma, meine Kunden aber nicht. Wie kann das sein?
Google kennt deinen Suchverlauf und deinen Standort und zeigt dir deshalb bevorzugt deine eigene Seite. Prüf es im privaten Fenster oder auf dem Handy eines Bekannten aus einem anderen Stadtteil.
Bringt es etwas, Google Ads zu schalten, damit ich besser gefunden werde?
Anzeigen bringen sofort Sichtbarkeit, solange du zahlst, verändern aber die organische Position nicht. Für einen Betrieb mit unvollständigem Profil ist das Geld in der Grundpflege besser angelegt.
